Bereichernde Beziehungen – Uni-Kooperationen weltweit

Menschen

Kooperationen mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen haben bei tesa Tradition: Sie bringen Innovationen voran. Sie fördern den Nachwuchs und bieten dem Unternehmen die Chance, junge Talente zu entdecken. Sie sind nicht nur fachlich und unternehmerisch, sondern auch menschlich eine Bereicherung für alle Beteiligten.

Mit zahlreichen Hochschul-Kooperationen spannt tesa ein globales Netzwerk für Innovations- und Nachwuchsförderung. Von der Zusammenarbeit und dem lebendigen Austausch mit Forschungsgruppen, Arbeitskreisen, Studierenden und Absolventinnen und Absolventen profitieren alle Beteiligten – ausgewählte Projekte zeigen, wie das aussehen kann.

Von A wie „Abschlussarbeit“ bis Z wie „Zusammentun“

Alljährlich gibt tesa eine variierende Anzahl von Themen aus, die im Rahmen von Kooperationsverträgen durch Hochschulabsolventinnen und -absolventen in Abschlussarbeiten erforscht werden. Sie können sich auf strategische Fragestellungen beziehen (beispielsweise zur Internationalisierung, s. Infokasten), doch schwerpunktmäßig geht es um Entwicklung und Innovation. Meist sind es die Laborleiterinnen und -leiter, die den „Angelhaken“ auswerfen, um Talente ins Boot zu holen, die dann zum Beispiel spezifische Fragen zur Polymerisation oder zu anderen Kernthemen der tesa Produkt- und Entwicklungswelt bearbeiten.

Mehr als 500

Abschlussarbeiten,

vom Diplom, Bachelor oder Master bis zur Doktorarbeit, sind in den letzten 20 Jahren bei tesa entstanden und haben auf verschiedenen Gebieten wertvolle Ergebnisse erbracht.

Daneben gibt es zahlreiche Kooperationen mit Lehrstühlen und Forschungseinrichtungen, bei denen tesa als Impulsgeber agiert. „Dabei stellt beispielsweise die Universität ihr Know-how, Labore und spezielle Messgeräte zur Verfügung, während tesa Klebeband-Prototypen liefert, den Forschenden Einblicke in die Entwicklungspraxis ermöglicht und sie mit den spezifischen Fragestellungen eines Entwicklers herausfordert“, erklärt Dr. Klaus Keite-Telgenbüscher, Laboratory Manager Novel & Functional Materials. Eine Win-win-Situation.

Reputation, Research, Recruiting

Eine der ersten Initiativen, die Dr. Jake Przyojski ergriff, als er 2018 als Lab Manager Research and Development am Standort Sparta, Michigan (USA) zu tesa kam, war es, eine Kooperation mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) anzustoßen, wo er selbst unter dem Nobelpreisträger für Chemie (2005) Richard R. Schrock studiert hatte. „Eine solche Zusammenarbeit zeigt, dass wir in der obersten Liga mitspielen, wenn es um Innovationsgeist und One-step-ahead-Denken geht – ein wichtiges Signal, auch in Richtung Recruiting“, sagt Przyoski.

Das MIT in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts gilt als eine der weltweit führenden Spitzenuniversitäten.
Das MIT in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts gilt als eine der weltweit führenden Spitzenuniversitäten.

Das MIT, am Charles River in Cambridge gelegen, gegenüber von Boston und unweit der Harvard University, ist eine der weltweit führenden Forschungseinrichtungen. Sie bildete als erste Hochschule Chemieingenieure aus und verfolgt den besonderen Ansatz, Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften in das Ingenieur-Studium einzubeziehen. Seit 2019 ist tesa Silver Sponsor beim alljährlichen Polymer Day am MIT und fördert zurzeit eine Doktorarbeit aus dem Arbeitskreis von Professor Rob Macfarlane, in der es um leistungsfähige Vernetzersysteme für die ACX-Technologie geht.

Gelebte und erforschte Internationalität

Von Houston, Texas (USA) zog es Ruth Long im September 2019 an die Hamburger TU. Dort macht sie ihren Master zum Thema „International decision-making frameworks for location planning“. Longs Abschlussarbeit entsteht im Rahmen eines Werkvertrags im Fachbereich EPT (Engineering and Procuring Technology) bei tesa. „Wir haben Ruth Long 2019 kennengelernt und 2020 als Master-Studierende zu uns geholt“, sagt Dirk Holland, Corporate Director of Engineering & Production Technology. „Das war das Beste, was mir passieren konnte“, ergänzt Long. „Die Atmosphäre hier ist so wertschätzend, sie könnte nicht motivierender sein. Und das Projekt, das ich bearbeite, geht genau in die Richtung, in die ich mich beruflich entwickeln will.“ Aus diesem Grund lernt die 26-Jährige, obwohl Englisch beruflich die lingua franca ist, nebenbei noch Deutsch. Für ihren Doppelmaster an der Hamburger TU besucht sie auch Seminare am Northern Institute of Technology Management (NIT), wo internationale Studierende, Ingenieure und Wissenschaftler von hochkarätigen Dozenten zu Fragen verantwortungsbewussten Handelns in einer globalen Welt aus- und weitergebildet werden.

Ruth Long
Als Tochter taiwanesischer Eltern ging die gebürtige US-Amerikanerin Ruth Long im Anschluss an ihren Bachelor an der Rice University nach Deutschland. Bei tesa schreibt sie ihre Masterarbeit zu strategischen Herausforderungen international agierender Unternehmen.

„Hochschul-Kooperationen tragen überall auf der Welt dazu bei, tesa als Marke und als Top-Arbeitgeber bekannter zu machen.”

Dr. Stephan Zoellner

Technology Scouting Manager

Gemeinsam stärker: Industrie- und Hochschulprojekt DODYNET

Double Dynamic Network (DoDyNet) ist ein von der EU gefördertes, auf drei Jahre angelegtes Programm. Zwölf Studierende („Early Stage Researchers“) von acht verschiedenen europäischen Universitäten promovieren im Rahmen des Projekts und forschen gemeinsam mit ihren Hochschulbetreuerinnen und Hochschulbetreuern, einem internationalen Advisory Board und europäischen Industriepartnern – darunter die tesa SE – an Themen zur Synthese und Analyse polymerer Gele und Netzwerke.

tesa stellt Materialmuster und Praktikumsplätze zur Verfügung und richtet einmal jährlich einen Industrieworkshop aus. Während die anderen Industriepartner eigene spezifische Fragestellungen verfolgen, ist tesa interessiert an der Erforschung neuartiger Klebmassen, beispielsweise selbstheilender Gele. Doch neben innovativen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Vernetzung von Polyacrylaten geht es tesa auch um den Ausbau der fachlichen Zusammenarbeit in einem internationalen Netzwerk anerkannter Expertinnen und Experten und nicht zuletzt um die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber für den hochqualifizierten Nachwuchs.

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Dr. Stephan Zoellner, Technology Scouting Manager, mit einer DoDyNet-Tasse

Parlez-vous tesa?

Für zwölfmonatige Praktika treibt es alljährlich eine Gruppe von rund zehn Studierenden der Ecole Supérieure de Chimie, Physique, Electronique de Lyon (CPE Lyon) ins tesa Headquarter. Die französische Universität verfügt sogar über eine eigene Managerin für internationalen Austausch. „Mit den französischen Studierenden sind wir verwöhnt“, schwärmt Matthias Koop, Lab Manager Research & Development. „Alle bringen so viel Laborerfahrung mit, dass wir sie nach kürzester Zeit vollkommen eigenständig an konkreten Projekten mitarbeiten lassen.“ Das ist für beide Seiten wertvoll. Nicht ohne Grund kommen einige Talente aus Lyon zu einem späteren Zeitpunkt, zum Beispiel für ihre Masterarbeit, wieder.

„Mit den engagierten Studierenden gewinnen wir doppelt: den Kontakt zu Nachwuchstalenten und eine zwischenmenschliche Bereicherung für das ganze Team.”

Matthias Koop

Laboratory Manager

Förderung studentischer Hands-on-Projekte

Als Ingenieurstudentinnen und -studenten der University of Leuven in Belgien vor drei Jahren bei tesa Benelux anklopften, um nach Unterstützung für ihr Vorhaben zu bitten, gab es nur eine Antwort: Wir sind dabei! Mit Spenden, 

Sonderrabatten und handwerklich-technischer Beratung halfen die belgischen tesa Kolleginnen und Kollegen den angehenden Ingenieurinnen und Ingenieuren beim Bau des Rennwagens BluePoint, der bei der World Solar Challenge in Australien an den Start gehen sollte. 15 Monate wurde entwickelt, getestet, repariert und optimiert, wobei tesa Produkte von A wie ACXplus bis W wie Wire Harnessing Tapes zum Einsatz kamen. Mit Erfolg: Am 13. Oktober 2019 ging BluePoint nach über 3.000 km Fahrt trotz starker Winde sogar als Sieger ins Ziel.

Solar-Rennwagen
Der Solar-Rennwagen von Ingenieurstudentinnen und -studenten der University of Leuven in Belgien
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„Mit der Beteiligung an besonderen studentischen Projekten fördern wir bei jungen Menschen die Begeisterung für Innovation – und damit genau den Spirit, den wir als Technologiekonzern brauchen.”

Inken Klein

Leiterin Human Resources

„Open Innovation“ – Erfindergeist braucht Dialog und Austausch

Erfindergeist gehört nicht hinter verschlossene Türen, ist Dr. Weiping Mei, Corporate Technology Manager Innovation Processes, überzeugt: „Das ist nicht mehr zeitgemäß. Um Innovationen zu fördern, brauchen wir Austausch, Vielfalt und Flexibilität. Nur so lassen sich langfristig Erfolge sichern.“ Vor diesem Hintergrund hat tesa in China die Türen aufgestoßen und mit der „Open Innovation“-Initiative strategisches Neuland betreten. Dazu zählt der Ausbau von Netzwerken mit und an Universitäten, zum Beispiel der Tongji University, wo Deutsch die erste Fremdsprache und Bauwesen/Architektur fachlicher Schwerpunkt ist, oder der Beijing Management und Technology University, die chinaweit Arbeits- und Forschungsgruppen zu Nachhaltigkeitsthemen koordiniert.

An der Soochow University hat Dr. Mei ein Kooperationsprojekt für die Weiterentwicklung von OCAs (Optical Clear Adhesives) in die Wege geleitet. Eine besondere Rolle spielt darüber hinaus die Chinese Academy for Inspection and Quarantine, mit der tesa kürzlich eine Kooperations-Rahmenvereinbarung getroffen hat. Die Academy ist für China so etwas wie das Fraunhofer Institut für Deutschland: Die Forschungseinrichtung genießt einen exzellenten Ruf als wichtiger Ansprechpartner, wenn es um die speziellen Anforderungen und Testverfahren in den chinesischen Märkten geht. „Über unsere Ziele und Visionen sprechen“, fasst Dr. Mei zusammen, „einfach mal machen, sich zusammentun, Synergien fördern, gucken, was passiert, immer einen Schritt voraus sein: So können wir die besten Ideen identifizieren und wirklich innovative Lösungen entwickeln.“

Unterzeichnung Rahmenvertrag mit Chinese Academy
Dr. Weiping Mei (vorne rechts) , Uwe Michel (hinten 4. v.l.) und XiaoLong Sun (hinten 5. v.l.) vertraten tesa bei der Unterzeichnung des Rahmenvertrags mit der Chinese Academy for Inspection and Quarantine.