Bei der Bahn herrscht Nachhol(Bedarf)

Bei der Bahn herrscht Nachhol(Bedarf)

Woran wir gerade arbeiten und wo wir effiziente Lösungen für die Bahnindustrie sehen, verrät unser Anwendungstechniker Matthias Weets im Interview.



Herr Weets, welche Rolle spielt für Sie und für tesa allgemein das Segment Schiene?

Matthias Weets: Für mich persönlich stellt es eine große Herausforderung dar. Denn einerseits sehen wir hier einen großen (Nachhol) Bedarf bei der Anwendung von Klebebändern. Andererseits erfordern die im Segment Schiene geltenden Rahmenbedingungen spezielle Lösungen und lassen oftmals eine bloße Adaption bekannter und bewährter Technologien nicht zu.

Woran denken Sie dabei?

Matthias Weets: Zum Beispiel an das Thema Brandschutz, das in vielen anderen Bereichen nicht so stark zum Tragen kommt wie beim Einsatz in der Bahn. Oder daran, dass es sich im Produktionsprozess der Hersteller meist um vergleichsweise kleine Serien handelt. Die Einsatzzeiten der Produkte aber weit über dem liegen, was etwa im Automobilbereich oder weißer Ware Standard ist.

Das bedeutet für tesa?

Matthias Weets: Dass wir zwar selbstverständlich auf unsere langjährigen Erfahrungen im Bereich der Klebebänder zurückgreifen können. Gleichzeitig aber auch gefordert sind, spezielle Lösungen für unsere Kunden im Bereich Schiene zu entwickeln. Etwa bei den doppelseitigen Klebebändern, die über Jahrzehnte in den Schienenfahrzeugen verbleiben. Und in Bezug auf Kriterien wie Stabilität, Brandschutz und Lösemittelemission extrem anspruchsvolle Vorgaben erfüllen. Schließlich wollen wir sicherstellen, dass unsere Lösungen ein Fahrzeugleben lang die vom Kunden gewünschten und vom Gesetzgeber geforderten Vorgaben einhalten.

Wie hat sich der Bedarf der Kunden im Bereich Schiene entwickelt?

Matthias Weets: Zunächst kamen vor allem einseitige Klebebänder zum Einsatz. Ein Beispiel sind Produkte zum Maskieren oder Abkleben. Auch hier mussten die speziellen Bedingungen bei der Produktion von Schienenfahrzeugen – Untergrund, Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, Applikationsverfahren etc. - beachtet werden. Derzeit gewinnen doppelseitige Klebebänder stark an Nachfrage. Dabei geht es einerseits um die dauerhafte Befestigung von Bauteilen, aber ebenso um wiederablösbare Verbindungen.

Können Klebebänder dabei konventionelle Technologien wie Schweißen oder Nieten ersetzen?

Matthias Weets: Das Klebeband garantiert bei korrekter Anwendung eine hohe Klebkraft. Dennoch existieren Anwendungen, in denen weiterhin die mechanische Festigkeit eines Verschweißens oder Vernietens gefragt ist. Doch der Trend zur Gewichtseinsparung, der vermehrte Einsatz extrem leichter Materialien – oft in Wabenstruktur - führt allmählich dazu, dass die traditionellen Verbindungstechniken immer mehr an Bedeutung verlieren und stattdessen auf Klebeverbindungen gesetzt wird.

Das bedeutet Klebebänder werden stärker Einzug in Schienenfahrzeuge halten?

Matthias Weets: Lagerung, Verarbeitung, Umweltschutz – viele Punkte sprechen für das Klebeband. Interessant: Auch in Kombination mit Schweißen, Schrauben und Nieten kommt diese Technik häufig zum Einsatz. Entweder, um das Positionieren der Bauteile im Produktionsprozess zu erleichtern. Oder um Schwingungen zu dämpfen, Geräusche zu minimieren oder gegen Feuchtigkeit abzudichten. Insgesamt betrachtet sehen wir in Zukunft noch deutlich mehr Einsatzgebiete für unsere Produkte im Bereich Schiene.

Zur Person:

Matthias Weets gehört seit rund 20 Jahren zum Team der tesa Familie. Zunächst forschte der diplomierte Chemieingenieur für die Produktentwicklung der Sparte Eletronics. Im Jahr 2007 wechselte er in die Anwendungstechnik und spezialisierte sich seither auf das Segment der doppelseitigen Klebebänder. Als Berater ist der Familienvater und Hobbyfußballer dabei sowohl im Bereich Schiene wie auch anderen Branchen unterwegs.

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Matthias Weets

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