Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist für tesa als Technologiekonzern eine Herausforderung, eine Chance – und für das gesamte Team von tesa auch eine grundsätzliche Haltung. Was das für seine neue Aufgabe als Chief Sustainability Officer bedeutet, erklärt Dr. Stefan Röber im Interview.

Seit 27 Jahren ist Dr. Stefan Röber als Wissenschaftler, Produktentwickler und Ideengeber bei tesa. Einige Jahre betreute er als Projektleiter den Aufbau des Standortes in Suzhou, China. Seit 14 Jahren leitet der promovierte Physiker die tesa Produkt- und Technologie-Entwicklung mit über 500 Experten. Seit 2020 ist er Mitglied der Geschäftsleitung und seit dem 1. April 2021 zusätzlich als Chief Sustainability Officer verantwortlich für die Entwicklung von nachhaltigen Produkten, umweltfreundlichen Produktionsverfahren, Zertifizierungen und der Ausrichtung des Unternehmens an den globalen Verpflichtungen, denen sich tesa sich stellt. Röber ist zweifacher Vater und begeisterter Hobby-Segler und -Radler.   

Dr. Stefan Röber, Chief Sustainability Officer

Herr Dr. Röber, Sie sind als neuer Chief Sustainability Officer ernannt worden. Wo steht tesa denn gegenwärtig in puncto Nachhaltigkeit?

Dr. Stefan Röber: Die gute Nachricht vorweg: Wir entdecken bei tesa das Feld „Nachhaltigkeit“ keineswegs neu, sondern können auf einer sehr soliden Basis aufbauen. Meine Position wurde jetzt geschaffen, um die sinnvolle Verbindung mit meinem Bereich der Produkt- und Technologie-Entwicklung noch zu stärken. Im vergangenen Jahr konnte tesa bereits durchaus bemerkenswerte Ergebnisse veröffentlichen. 

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Auch haben wir eine neue „Sustainability Agenda“ erarbeitet und jetzt vorgestellt. tesa konnte zwischen 2001 und 2019 bereits die CO2-Emissionen um 48 Prozent und die VOC-Emissionen sogar um 92 Prozent reduzieren. Im gleichen Zeitraum sank zudem der Einsatz von Lösemitteln um 40 Prozent. Das war für uns als Unternehmen ein großer Schritt und es steckt viel Herzblut und Energie dahinter.

Dennoch gilt: Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken – und zwar sofort. Denn der globale Trend nach mehr „Nachhaltigkeit“ wird an Dynamik weiter zunehmen. Multinational agierende Technologieunternehmen wie tesa werden zukünftig nur noch erfolgreich sein, wenn sie deutlich mehr leisten, als ihnen der Gesetzgeber hinsichtlich der Einhaltung von Umweltschutz-Maßnahmen vorschreibt. Das Thema „Nachhaltigkeit“ avanciert zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor, unter anderem auch hinsichtlich der Rekrutierung von hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Und auch unsere Kunden erwarten von uns nachhaltige Produkte.

Wo soll die Reise bei tesa hingehen?

Dr. Stefan Röber: Unser Ziel lautet: Wir wollen beim Thema „Nachhaltigkeit“ international eine führende Rolle einnehmen. Drei Kernbereiche – Kunden, Umwelt und Gesellschaft – haben wir für unsere Aktivitäten identifiziert. Zum einen werden wir alles unternehmen, um unsere CO2-Bilanz zu verbessern, dazu zählen insbesondere die sogenannten Scope-1- und Scope-2-Emissionen.

"Unser Ziel lautet: Wir wollen beim Thema Nachhaltigkeit international eine führende Rolle einnehmen."

Dr. Stefan Röber

Chief Sustainability Officer

Das heißt:  Auf welche Weise können wir mit unseren Produkten bzw. Produktionsverfahren selbst dazu beitragen, weniger CO2 zu verursachen. Darüber hinaus schauen wir uns auch die Scope-3-Werte an. Hierunter fällt beispielsweise der Einsatz von recycelten Rohmaterialien oder Rohstoffen aus erneuerbaren Quellen, die in der Wertschöpfungskette eine geringere CO2-Belastung aufweisen. 

Ein wichtiger Aspekt ist außerdem, dass wir unsere Kunden mit – wir nennen sie „Enabler-Produkte“ dazu befähigen, selbst nachhaltiger zu produzieren. Bond & Detach zum Fixieren von Akkus in Smartphones ist hierfür ein gutes Beispiel. Erst eine Entwicklung von tesa machte es möglich, dass die Akkus seit einigen Jahren einfach gewechselt werden können. 

Jetzt arbeiten wir u.a. daran, dass sich Tapes auch wieder rückstandsfrei ablösen lassen, um die zuvor miteinander verbundenen Werkstoffe sortenrein recyceln zu können. Wir wissen, dass viele Kunden, die tesa seit vielen Jahren aufgrund unserer Kernkompetenz, dem sicheren Verkleben auf unterschiedlichen Materialien, überaus schätzen, fortan diese Anforderung an uns stellen werden.

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Welche Möglichkeiten besitzt tesa, um wichtige Akzente setzen zu können? Wo kann tesa besonders viel erreichen?

Dr. Stefan Röber: Zur Diskussion rund um „Nachhaltigkeit“ gehört immer auch Ehrlichkeit. tesa ist ein Technologieunternehmen – und wir arbeiten mit chemischen Stoffen. Und das wird auch so bleiben. 

Umso mehr haben wir uns ein hohes Ambitionslevel gesetzt. Denn wir sind fest davon überzeugt, dass ehrgeizige Ziele uns schnell dabei voranbringen werden, um sowohl auf der Technologie- als auch auf der Produktebene große Fortschritte zu erzielen. Ein Fokus wird sein, dass wir, verstärkt auf Rohstoffe aus nachhaltigen Quellen sowie auf Rezyklate setzen. Darüber hinaus rückt in vielen Ländern die Kompostierbarkeit von Klebebändern, zum Beispiel bei Tapes für die Verpackungsindustrie, zunehmend ins Blickfeld. Wir werden solide nachhaltige Lösungen entwickeln, die in einer gründlichen wissenschaftlichen Überprüfung Bestand haben.

Über welche spannenden Projekte können Sie bereits berichten?

Dr. Stefan Röber: Unser aktuelles „Sustainability-Portfolio“ kann sich durchaus sehen lassen. Wir haben gegenwärtig in der Produkt- und Technologie-Entwicklung knapp 50 Projekte am Start, die direkt auf unsere Sustainability Agenda einzahlen, darunter zwei Drittel auf Produkt- und ein Drittel auf Technologie-Ebene. Das Spektrum reicht von biobasierten PET-Klebebändern für neue Smartphones über eine nachhaltige Lochabdeckung für die Automobilbranche bis zu Tapes für Endverbraucher, die nach Gebrauch einfach auf den Komposthaufen geworfen werden können. Im Technologie-Bereich arbeiten wir an Projekten, die sich in wenigen Worten schwer erklären lassen. Dabei geht es zum Beispiel um Klebmassen aus biobasierten Monomeren und um leistungsfähige bioabbaubare (kompostierbare) Klebesysteme.

"Unser aktuelles Sustainability-Portfolio kann sich durchaus sehen lassen. Wir haben gegenwärtig in der Produkt- und Technologie-Entwicklung knapp 50 Projekte am Start, die direkt auf unsere Sustainability Agenda einzahlen."

Dr. Stefan Röber

Chief Sustainability Officer

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie

Herzstück der tesa Nachhaltigkeitsstrategie ist die neue „tesa Sustainability Agenda“. Sie dient als Wegweiser, das Handeln ganzheitlich entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Unternehmens nachhaltiger auszurichten. Untergliedert in die Bereiche Umwelt, Kunden und Gesellschaft, enthält die Agenda konkrete Ziele und Maßnahmen, die im Nachhaltigkeitsbericht 2020 anschaulich erläutert werden.

tesa Nachhaltigkeitsbericht

tesa Nachhaltigkeitsbericht 2020