Spatenstich in Hamburg: tesa und ENERGYNEST starten Bauphase für großskaliges Power-to-Heat-Projekt
- Prozesswärme aus Strom: Ab Sommer 2027 soll die Anlage rund zwei Drittel des jährlichen Dampfbedarfs im tesa Werk Hamburg decken
- 40 MWh thermischer Energiespeicher: Die 24 Wärmespeichermodule werden erstmals nahe dem späteren Einsatzort gegossen
- Weniger CO2 bei tesa: Die Anlage soll die Emissionen am Standort Hamburg um rund 4.600 Tonnen pro Jahr reduzieren
Hamburg, 20. Oktober 2026 – tesa, internationaler Hersteller innovativer Klebebänder und selbstklebender Produktlösungen und der Anbieter industrieller Power-to-Heat- und Energiespeicherlösungen ENERGYNEST erreichen den nächsten Meilenstein bei der Elektrifizierung der Prozesswärme am tesa Werk Hamburg. Mit dem Spatenstich beginnt die Bauphase für die im Januar 2026 angekündigte Power-to-Heat-Anlagen mit integriertem thermischem Energiespeicher.
Im tesa Werk Hamburg werden Hochleistungs-Klebebänder für die Elektronik-, Automobil-, Druck- und Papierindustrie hergestellt. Trocknungsprozesse und die Rückgewinnung von Lösemitteln benötigen große Mengen an Prozesswärme und Dampf, die am Standort bislang überwiegend mit fossilen Energieträgern erzeugt wurden.
Auf dem Werksgelände wurde zuvor ein Bestandsgebäude zurückgebaut, um Platz für die neue Energieinfrastruktur zu schaffen. Ab Sommer 2027 soll die Anlage rund zwei Drittel des jährlichen Dampfbedarfs decken.
„Unsere Kunden brauchen leistungsfähige Klebebandlösungen – und wir nehmen zugleich unsere Verantwortung für deren Herstellung wahr. Dazu gehört für uns auch eine nachhaltigere Energieversorgung. Gemeinsam mit ENERGYNEST investieren wir in die Weiterentwicklung des Hamburger Werks und setzen eine technische Lösung um, die fossile Energieträger ersetzen und unsere Emissionen messbar reduzieren soll“, sagt Werkleiter Hendrik Hundoegger.
Das System kombiniert einen 10-MW-Elektroerhitzer mit einem thermischen Energiespeicher mit 40 MWh Kapazität, bestehend aus 24 Speichermodulen. Nach der Inbetriebnahme soll die Anlage rund zwei Drittel des jährlichen Dampfbedarfs am Standort abdecken und die CO₂-Emissionen um rund 4.600 Tonnen pro Jahr reduzieren.
Speichermaterial wird erstmals nahe dem Einsatzort gegossen
In der Nähe des tesa Werks wird der Hochleistungs-Thermalbeton HEATCRETE® in die Wärmetauscherelemente gegossen. Dies ist der letzte Schritt bei der Fertigung der von ENERGYNEST entwickelten thermischen Speichermodule.
Bisher wurden die ENERGYNEST-Speichermodule in Rotterdam gegossen und anschließend zu den Projektstandorten transportiert. Für das tesa Projekt verlagert ENERGYNEST diesen Teil des Fertigungsprozesses nun erstmals in Deutschland in die Nähe des späteren Einsatzortes.
Die standortnahe Fertigung reduziert die Transportkosten für die schweren Speichermodule und schafft zugleich ein Modell für zukünftige Projekte. Dieser Teil des Fertigungsprozesses kann näher an den jeweiligen Einsatzort verlagert werden. Dadurch kann ENERGYNEST die Umsetzung flexibel an Projektgröße, Standort und regionale Lieferketten anpassen.
„Wenn wir die Elektrifizierung industrieller Prozesswärme skalieren wollen, müssen wir auch die Fertigung und Lieferung der dafür notwendigen Infrastruktur weiterentwickeln. Das vereinfacht die gesamte Logistik, reduziert Transportkosten und gibt uns mehr Flexibilität bei der Umsetzung zukünftiger Projekte in Deutschland und Europa“, sagt Dr. Christopher Greiner, Chief Technology Officer von ENERGYNEST.
Flexible Prozesswärme aus erneuerbarem Strom
Das Power-to-Heat-System wandelt Strom in Hochtemperaturwärme um, speichert sie und nutzt sie bedarfsgerecht zur Erzeugung von Prozessdampf. Der Strombedarf wird durch lokal erzeugten erneuerbaren Strom gedeckt. Ergänzend wird Strom aus erneuerbaren Energien am Markt eingekauft, wenn dieser zu wirtschaftlich attraktiven Konditionen verfügbar ist. Der thermische Energiespeicher stellt gleichzeitig eine zuverlässige Versorgung mit Prozessdampf sicher.
Die Anlage soll rund zwei Drittel des jährlichen Dampfbedarfs des Hamburger Werks abdecken. tesa erwartet dadurch eine Reduktion der CO₂-Emissionen um rund 4.600 Tonnen pro Jahr, entsprechend rund 20 Prozent der standortbezogenen Emissionen auf Basis des Referenzjahres 2018.
Das Projekt ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie von tesa und dient zugleich als Referenz für die Elektrifizierung industrieller Prozesswärme. Die Kombination aus Power-to-Heat und thermischer Energiespeicherung ermöglicht es energieintensiven Unternehmen, ihre Energiekosten zu senken und gleichzeitig fossile Energieträger durch erneuerbare Energie zu ersetzen.
Das Projekt ist Teil der tesa Nachhaltigkeitsstrategie „we do“ und unterstützt das Ziel einer klimaneutralen Produktion (-90% Scope 1 & 2 Reduktion gegenüber dem Basisjahr 2018 und Kompensation der restlichen 10% an nicht vermeidbaren Emissionen im Zieljahr) bis 2030. Die Anlage ist ein Baustein des umfassenden Transformationskonzepts für das tesa Werk Hamburg, das mit dem dena Energy Efficiency Award ausgezeichnet wurde. Die Transformation wird durch ein Förderprogramm CO2-Differenzverträge (vormals Klimaschutzverträge) des Bundeswirtschaftsministeriums und eine lokale Förderung der IFB Hamburg unterstützt. Detaillierte Kennzahlen zu den Klimazielen, dem unabhängig geprüften Maßnahmenplan und den jährlichen Fortschritten sind im Beiersdorf Climate Transition Plan (Öffnet in einem neuen Fenster oder Tab) sowie in der jährlichen Nichtfinanziellen Erklärung (Öffnet in einem neuen Fenster oder Tab) einsehbar.
Über die tesa SE
tesa entwickelt als multinationales Unternehmen seit 130 Jahren innovative Klebebänder und selbstklebende Produktlösungen für Industrie, Gewerbekunden und Endverbraucher. Es sind bereits mehr als 7000 Klebelösungen, die die Arbeit, Produkte oder das Leben der Kunden helfen zu verbessern. Nachhaltigkeit und energieschonende Verfahren stehen dabei heute im Fokus. tesa investiert in die Entwicklung Produkte mit nachhaltigerem Beitrag und lösungsmittelfreie Produktionsverfahren ebenso wie in die Nutzung erneuerbarer Energieträger an seinen Standorten.
tesa ist in über 100 Ländern aktiv und betreibt Werke in Deutschland, Italien, China, den USA und Vietnam. Rund drei Viertel des Umsatzes der tesa Gruppe (2025: 1,7 Mrd. Euro) entfallen auf Anwendungen für die Industrie. tesa entwickelt gemeinsam mit seinen internationalen Kunden maßgeschneiderten Innovationen auf Produkt- und Prozessebene. So können bereits mehr als 130 tesa Tapes in einem E-Auto und über 70 in einem Smartphone verbaut sein. Auch in der Druck- und Bauindustrie dringt tesa mit seinem Spezial-Klebebändern in immer neue Segmente und Länder vor. Knapp ein Viertel des Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen mit Produkten für Endverbraucher und professionelle Handwerker. 300 Anwendungen, wie z.B, der legendäre tesafilm, erleichtern das Leben oder machen es, wie bei Thema Insektenschutz, sogar etwas angenehmer. tesa gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Klebelösungen. Seit 2001 ist die tesa SE mit heute rund 5.400 Mitarbeitenden als 100-prozentige und unabhängige Tochter der Beiersdorf AG (u. a. NIVEA, Eucerin, la prairie) tätig.
Über ENERGYNEST
ENERGYNEST ist ein internationaler Anbieter von Power-to-Heat- und thermischen Energiespeicherlösungen für industrielle Prozesswärme. Das Unternehmen ermöglicht energieintensiven Industrien, ihre Wärmeversorgung wirtschaftlich zu elektrifizieren und ihre Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren.
Durch die Kombination aus Power-to-Heat-Anlagen, modularer Wärmespeicherung und intelligenter Energiemarktoptimierung liefert ENERGYNEST industrielle Wärme zu Kosten auf oder unterhalb von Erdgas. Die Lösungen werden entweder als Heat-as-a-Service mit Null-CAPEX oder als schlüsselfertige EPC-Projekte umgesetzt.
ENERGYNEST übernimmt Planung, Finanzierung, Betrieb und Optimierung der Systeme und agiert als langfristiger Partner für eine sichere, flexible und wirtschaftliche Wärmeversorgung. So ermöglicht das Unternehmen eine schrittweise Elektrifizierung industrieller Prozesse, reduziert CO₂-Emissionen und schützt Kunden gleichzeitig vor Preisvolatilität und steigenden CO₂-Kosten.
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