Elektronik: Barriere-Klebebänder für OLEDs

Joint Innovation – Gute Verbindung zu Top-Talenten

Märkte

Im Rahmen einer Entwicklungskooperation in China arbeiten tesa und die Soochow-Universität an der Entwicklung neuer Klebelösungen. Eine Partnerschaft mit Potenzial.

Können Sie Ihr Smartphone- oder Tablet-Display biegen? Vermutlich nicht. Noch nicht, aber Gerätehersteller arbeiten verstärkt daran, solch flexible Bildschirme massentauglich zu machen. An dieser Entwicklung wirken wir bei  tesa ebenfalls mit. Bereits heute sorgen bis zu 70 Tapes für den Zusammenhalt von Bauteilen in Smartphones. Dabei kommen auch sogenannte Optical Clear Adhesives (OCA) zum Einsatz: hochtransparente, hauchdünne Folien zur nahezu unsichtbaren Verklebung von Displays auf Deckglas oder Touchpanels. 

Genau diese OCA für biegbare Bildschirme weiterzuentwickeln, steht seit Kurzem im Mittelpunkt eines Entwicklungsprojekts, das tesa in Kooperation mit der Soochow-Universität in China durchführt. „Der Bedarf bei unseren Kunden für solche Tapes ist riesig“, weiß Dr. Weiping Mei. Er hat die für drei Jahre vereinbarte Entwicklungskooperation mit der Hochschule (50.000 Studierende, 1.600 Professoren), die zu den Top 20 unter den mehr als 1.000 Universitäten in China zählt, initiiert. Herzstück der Zusammenarbeit mit der Fakultät für Chemie, Chemieingenieurwesen und Materialwissenschaften ist das Joint Innovation Center of Polymer Research and Adhesive Technology auf dem Universitätscampus in Suzhou. 

Joint cooperation with University of Soochow
Das Team von tesa vor der Universität in Suzhou.
Dr. Mei
Dr. Weiping Mei, Corporate Technology Manager Innovation Processes

Ideen für Innovationen 

Nur 15 Autominuten von der Universität entfernt in einem Industriepark in Suzhou befindet sich unserer größtes Produkt- und Technologie-Entwicklungszentrum in Asien direkt auf dem Gelände des Werkes, das zurzeit für mehr als 30 Millionen Euro ausgebaut und deutlich erweitert wird. Das OCA-Projekt ist eines von mehreren gemeinsamen Entwicklungsvorhaben, die unter der Überschrift „Open Innovation“ von Weiping Mei ins Leben gerufen wurden: „Konkret stellt uns die Uni spezielle Messgeräte zur Testsimulation zur Verfügung; wir liefern die dazu notwendigen Tape-Muster und geben den Studierenden Einblicke in die Entwicklungspraxis“, sagt Physiker Mei. Er war 25 Jahre in Deutschland für die Beiersdorf AG in der Entwicklung tätig. Seinen Wechsel 2019 zur Konzerntochter tesa verband Mei mit der Rückkehr in seine Heimatstadt Suzhou. Neben den Bereichen Universitätskooperationen und Open Innovation unterstützt er mit seinen Kenntnissen der lokalen Gegebenheiten auch die aktuellen Investitionen am tesa Campus Suzhou.

 

Seine Kollegin Hui Wang, Leiterin des tesa Project House Display, ergänzt: „Durch die akademische Perspektive auf technologische Herausforderungen erhoffen wir uns zusätzliche Ideen ‚out of the box‘, die wir für Innovationen nutzen können.“ Auch Jochen Staehr, Leiter Produkt- und Technologie-Entwicklung in den Regionen Greater China und Asia Pacific, begrüßt die Kooperation: „Indem wir mit Chinas führenden Polymerforschern in Kontakt kommen, können wir schneller 

Jochen Staehr, Head of Technology & Product Development in the regions Greater China and Asia Pacific
Jochen Staehr, Head of Technology & Product Development, für die Regionen Greater China und Asia Pacific

„Durch die akademische Perspektive auf technologische Herausforderungen erhoffen wir uns zusätzliche Ideen ‚out of the box‘“

Hui Wang, Head of the tesa Project House Display, Suzhou

Neuentwicklungen umsetzen. Außerdem kann diese Zusammenarbeit eine wertvolle Quelle für tesa sein, um mehr lokale Talente auf höchstem Qualifikationsniveau zu gewinnen.“ Ergo steht die Kooperation mit der Soochow-Universität ganz im Zeichen der Synergien: „Wir wollen uns fit für die Zukunft machen. Kein Unternehmen kann allein die Lösungen von morgen schaffen“, so Mei, der betont, dass in China das Entwicklungstempo besonders hoch sei. Und so drehen sich weitere Entwicklungsprojekte auch um Innovationen im Bereich nachhaltige Technologien. 

Was ist Polymerisation?

Polymere sind die Bauteile der Klebmasse. Es sind große Moleküle, die sich aus vielen kleineren Molekülen (Monomere) zusammensetzen. Polymere wiederum bilden langgezogene, bewegliche Molekülketten. Ab einer gewissen Länge verheddern diese sich ineinander und sorgen dadurch für den inneren Zusammenhalt des Klebstoffs. Zwischen den Verbindungspunkten sind diese langen Molekülketten beweglich. Dadurch kann die Klebmasse gut auf Oberflächen auffließen und dort haften. Gleichzeitig ist es möglich, zwischen den Ketten durch chemische Verfahren weitere feste Verbindungen zu schaffen. Das nennt man dann „Vernetzen“ oder "Polymerisieren".

100

Mitarbeiter beschäftigt tesa in Suzhou im Bereich Produkt- und Technologie-Entwicklung.

Rund die Hälfte von ihnen arbeitet im Customer Solution Center direkt mit Kunden an spezifischen Klebelösungen.

Einsatz für den Nachwuchs

Die Kooperation mit der Soochow-Universität in China ist nicht die einzige Maßnahme von tesa zur Förderung von Wissenschaftsnachwuchs. Am Unternehmenssitz in Deutschland beteiligt sich tesa an der Initiative Naturwissenschaft & Technik (NAT). Sie vernetzt in und um Hamburg Schulen mit Universitäten, Hochschulen und Technologie-Unternehmen. Das Ziel: Jugendlichen abwechslungsreiche Einblicke in verschiedene Berufsfelder geben. Weitere Beispiele für die Zusammenarbeit mit Universitäten sind: Die CPE (Chemistry and Chemical Engineering School) in Lyon. Schon seit vielen Jahren pflegt tesa regen Austausch und lädt Studenten der Hochschule zu Praktika im Bereich Produkt- und Technologie-Entwicklung am Standort in Hamburg teil. Auch mit dem NIT (Northern Institute of Technology Management) in Hamburg verbindet tesa eine Kooperation, bei der tesa gezielt Studenten mit Stipendien unterstützt.